Theorie zum Aufwärmen: Warum ist Aufwärmen sinnvoll und notwendig? Theorie & Taktik

Sinn und Formen des Aufwärmens

Um zu verstehen, warum Aufwärmen so wichtig ist, muss man sich zunächst die wichtigsten Aspekte der Aufwärmung vor Augen führen.

Sinn des Aufwärmens

Ein wichtiger Gesichtspunkt ist der Anstieg der Muskel- und Körpertemperatur: Durch diese Erhöhung der Muskel- und Körpertemperatur kommt es zu einer Verringerung der Verletzungsgefahr von Muskeln, Sehnen und Bändern, weil die Muskulatur bereits beweglicher ist. Außerdem führt die Aufwärmung zur Erhöhung der Kontraktionsgeschwindigkeit der Muskulatur, d.h. durch eine verbesserte Sauerstoffaufnahme der Muskulatur wird die Arbeitsgeschwindigkeit verbessert. Aber auch eine Beschleunigung des Stoffwechselprozesses bewirkt eine gute Aufwärmung. Durch eine allmählich ansteigende Aufwärmung liegen die Laktatwerte niedriger und es kommt langsamer zu einer Übersäuerung der Muskulatur.

Ein weiterer wichtiger Aspekt des Aufwärmens stellt die Erhöhung der Leistungsfähigkeit des Nervensystems dar. Mit dem Ansteigen der Körpertemperatur werden die Nervenimpulse beschleunigt, so dass die Koordination, die Aufmerksamkeit und damit die Reaktionsfähigkeit verbessert werden. Aber auch die Psyche wird durch gute Aufwärmung vorbereitet, indem durch Abwechslung in den Aufwärmprogrammen die Bereitschaft zur Anstrengung geweckt wird.

Formen der Aufwärmung

Bei der Aufwärmung unterscheidet man zwei Formen der Aufwärmung: Die allgemeine Aufwärmung und die spezielle Aufwärmung

Die allgemeine Aufwärmung

Für eine gute Aufwärmung sollten möglichst viele Muskeln mit einbezogen werden, um das Herz-Kreislauf-System optimal in Schwung zu bringen. Dadurch werden die Organe des Körpers auf Leistungsbereitschaft eingestellt. Dieser Effekt wird durch verschiedene Laufformen erreicht, denn beim Laufen werden ca. 1/3 aller Muskeln aktiviert. Dieses im Aufwärmteil anhand von Bildern gezeigte allgemeine Aufwärmungsprogramm sollte Standardprogramm jeder Aufwärmung sein und von den Torhütern sowohl vor dem Training als auch vor dem Spiel entweder selbständig oder zusammen mit dem Torwarttrainer, der sich ebenfalls aufwärmen sollte, durchgeführt werden. Diese Phase des gemeinsamen Aufwärmens kann der Torwarttrainer gut für Gespräche mit seinen Torhütern über das letzte Spiel oder ihren Tagesablauf nutzen. Oft erfährt er dabei besonders im Amateurbereich von privaten, beruflichen oder verletzungsbedingten Schwierigkeiten seiner Torleute, die er eventuell im weiteren Trainingsablauf berücksichtigen muss.

Diese Aufwärmphase darf nicht zu intensiv durchgeführt werden, weil der Körper, vergleichbar mit einem Auto, langsam auf Belastungen vorbereitet werden muss. Eine übermäßig starke Atmung zeigt an, dass das Tempo reduziert werden muss. Aus diesem Grund sollte der Rückweg nach allen Übungen in lockerem Lauftempo erfolgen. Nach ca. 5-7 Minuten ist die Muskeltemperatur so weit erhöht, dass der Übende zur Dehnung der Muskulatur übergehen kann.

Die spezielle Aufwärmung

Die spezielle Aufwärmung orientiert sich an den für Torhüter typischen Bewegungsabläufen. So werden das Nervensystem und die Muskulatur auf die weiteren Trainingsanforderungen vorbereitet. Da die Bewegungsabläufe zumindest am Anfang der speziellen Aufwärmung noch in langsamerem Tempo ablaufen, kann diese Trainingsphase zusätzlich genutzt werden, die Technik des Torhüters zu schulen und zu verbessern. Zum Ende der speziellen Aufwärmung hin werden Tempo und Intensität der Übungen gesteigert, um auf die häufig explosiven Aktionen eines Torhüters gut vorbereitet zu sein. Verschiedene Programme zur speziellen Aufwärmung zeigen wir euch in kurzen Videosequenzen.

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